FAQ –Häufig gestellte Fragen
- Wie lautet die Prognose für den Stromverbrauch der Schweiz?
- Wie hoch sind die CO2-Emissionen des geplanten Kraftwerks Chavalon?
- Welchen Wirkungsgrad hat das neue Kraftwerk Chavalon?
- Wieso ist der Wirkungsgrad im Vergleich zu anderen Verfahren tiefer?
- Könnte man den Wirkungsgrad von Chavalon nicht verbessern, wenn ein Teil der Abwärme für die Erzeugung von Fernwärme genutzt – oder an lokale Industriebetriebe verkauft würde?
- Wie viel Strom würden Sie verlieren, wenn Sie sich zur Erzeugung von Wärme für die ganze Region Chablais entschliessen würden?
- Wäre es nicht von Vorteil, den Strom für den Betrieb von Wärmepumpen zu nutzen?
- Werden Hochspannungsleitungen gebaut? Falls ja, mit welchem Leitungsverlauf?
- Welche Massnahmen sind vorgesehen, um die Emissionen grösstmöglich zu verringern?
1. Wie lautet die Prognose für den Stromverbrauch der Schweiz?
2010 nahm der Stromverbrauch der Schweiz um 4,0% zu und stieg auf 59,8 Milliarden Kilowattstunden. Die wichtigsten makroökonomischen Faktoren, die den Stromverbrauch beeinflussen, sind das Wirtschaftswachstum und die Bevölkerungszunahme.
Diese Situation bedarf geeigneter kurz- und mittelfristiger Lösungen. Eine Diversifikation unserer Stromversorgung und der Bau einiger Grosskraftwerke in der Schweiz sind nunmehr unerlässlich.
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2. Wie hoch sind die CO2-Emissionen des geplanten Kraftwerks Chavalon?
Für Chavalon dürften die CO2-Emissionen in der Grössenordnung von 750'000 Tonnen pro Jahr liegen, je nach der Betriebsart des Kraftwerkes. Der für die Projekte von Erdgaskraftwerken in der Schweiz anzuwendende gesetzliche Rahmen sieht die Verpflichtung des Kraftwerkbetreibers vor, die ausgestossenen CO2-Emissionen während der gesamten Betriebsdauer des Kraftwerkes zu 100% zu kompensieren. Nach heute geltendem Recht müssten 70% der CO2-Emissionen in der Schweiz kompensiert werden.
Das neue Kraftwerk Chavalon erhöht die Gesamtmenge an CO2 nicht, sein Betrieb ist absolut CO2-neutral.
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3. Welchen Wirkungsgrad hat das neue Kraftwerk Chavalon?
Das neue Kraftwerk Chavalon hat einen Wirkungsgrad von 58.5 %. Diese Energieeffizienz liegt weit über jener anderer Kraftwerkstypen, beispielsweise von Kohlekraftwerken, einstufigen Gasturbine- oder Kernkraftwerken.
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4. Wieso ist der Wirkungsgrad im Vergleich zu anderen Verfahren tiefer?
Mit einem thermischen Wirkungsgrad von 90 % scheinen Heizkessel in Häusern deutlich besser abzuschneiden. Der verbrannte Brennstoff dient aber allein der Erzeugung von Wärme, produziert aber keinerlei Strom. Auf dem gegenwärtigen Stand der Technik ist eine Kombianlage also - zumindest was fossile Brennstoffe angeht - die optimale Lösung für die Stromerzeugung.
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5. Könnte man den Wirkungsgrad von Chavalon nicht verbessern, wenn ein Teil der Abwärme für die Erzeugung von Fernwärme genutzt – oder an lokale Industriebetriebe verkauft würde?
Aufgrund der Berechnungen würde der elektrische Wirkungsgrad dann 52% - und der thermische Wirkungsgrad 20% betragen. Der Schluss liegt nahe, dass der Gesamtwirkungsgrad damit 72% wäre. Dies trifft leider nicht zu. Man kann das Lager eines Goldschmieds auch nicht mit jenem eines Eisenwarenhändlers vergleichen.
Der Vergleich zwischen Strom und Wärme entspricht jenem zwischen Gold und Eisen: ersteres ist schwieriger zu erzeugen und damit wertvoller. Wer um jeden Preis darauf besteht, in Chavalon Fernwärme zu erzeugen anstatt einen Teil der Abwärme für die Stromproduktion zu nutzen, verzichtet ganz einfach auf einen Teil des Goldes, das gewonnen werden könnte, um stattdessen Eisen herzustellen.
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6. Wie viel Strom würden Sie verlieren, wenn Sie sich zur Erzeugung von Wärme für die ganze Region Chablais entschliessen würden?
Man würde damit auf 300'000 MWh (Megawattstunden) Strom verzichten, d.h. auf 14 % der Produktion oder auf den Stromverbrauch von 60'000 Haushalten. Ausserdem würde Chavalon seine Betriebsflexibilität verlieren, müsste es doch 7 Tage die Woche rund um die Uhr in Betrieb stehen, zumindest im Winter.
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7. Wäre es nicht von Vorteil, den Strom für den Betrieb von Wärmepumpen zu nutzen?
Genau! Strom lässt sich viel leichter und über grössere Distanzen übertragen als Wärme. Ein Teil des im Kraftwerk erzeugten Stroms könnte für den Betrieb von neuen Wärmepumpen in der Schweiz verwendet werden. Mit dem in Chavalon erzeugten Strom könnten dem Boden oder der Luft grosse Mengen erneuerbarer Energie entnommen werden, die uns unsere Umwelt so grosszügig zur Verfügung stellt.
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8. Werden Hochspannungsleitungen gebaut? Falls ja, mit welchem Leitungsverlauf?
Das Projekt Chavalon sieht in der Tat eine Verstärkung der heutigen, in den Sechzigerjahren gebauten 220-kV-Höchstspannungsleitung (HöS) auf dem bestehenden Korridor vor, um die gesamte Stromproduktion des neuen Kraftwerks weiterleiten zu können. Da es sich um ein Bundesverfahren handelt, wurden die erforderlichen Unterlagen zur Erteilung der Baubewilligung für die Leitung bei den zuständigen Behörden, das heisst beim Bundesamt für Energie (BFE) und beim Eidgenössischen Starkstrominspektorat (ESTI) eingereicht.
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9. Welche Massnahmen sind vorgesehen, um die Emissionen grösstmöglich zu verringern?
CTV hat auf freiwilliger Basis eine zusätzliche Investition von rund 6 Mio CHF für die Bestückung des Kraftwerkes mit einem SCR-Katalysator (Selective Catalytic reduction) vorgesehen, der Emissionen von Stickoxiden (NOX) an der Quelle von 10 mg/Nm3 (oder 5 ppm) gewährleistet, das heisst Werte, die um 80% unter den Anforderungen der Luftreinhalte-Verordnung (LRV) liegen.
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